ZEV vs VZEV vs EVG, was ist Stand 2026 in der Schweiz

★ Vivian Grueter · · Stimmen +15 · 3 Antworten

Hallo zusammen,

ich bin neu im Themengebiet der Eigenverbrauchsmodelle und versuche gerade, mich in die verschiedenen Modelle einzuarbeiten. Dabei stoße ich auf Begriffe wie ZEV, VZEV und EVG. Was bedeutet das genau?

Ich habe gelesen, dass es 2026 in der Schweiz verschiedene Modelle geben wird: den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) für mehrere Endverbraucher hinter einem gemeinsamen Anschluss mit einem Smart-Meter zum EVU, besonders interessant für Mietwohnungen mit eigener PV-Anlage, geregelt in StromVV Art. 14a. Dann gibt es noch den Virtuellen ZEV (VZEV). Was unterscheidet die beiden? Und was ist der klassische Eigenverbrauch (EVG)?

Kann mir jemand eine einfache Übersicht oder Erklärung geben?

Danke und liebe Grüsse,
Vivian

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★ Helena Zwicky 807 Karma

Zusammenfassung der Eigenverbrauchs-Modelle in der Schweiz

1. ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch)
Geregelt in StromVV Art. 14a, erlaubt mehreren Endverbrauchern hinter einem gemeinsamen Netzanschluss, über ein Smart-Meter mit dem Energieversorgungsunternehmen (EVU) abzurechnen.
Wichtig: Physische Nähe ist entscheidend , alle Mieter müssen an denselben Netzanschluss angeschlossen sein. Die Anmeldung erfordert die Zustimmung aller Beteiligten, und der Preis für den Eigenverbrauch darf nicht höher als der EVU-Tarif liegen.

2. VZEV (Virtueller ZEV)
Seit 2024 eingeführt, ermöglicht eine überregionale Bilanzierung, auch wenn sich Liegenschaften an verschiedenen Netzanschlüssen befinden.
Wichtig: Die Abrechnung erfolgt digital über Smart Meter, und die Anmeldung ist einfacher als beim ZEV. Auch hier gilt: Der interne Preis für Eigenverbrauch darf nicht über dem EVU-Tarif liegen.

3. EVG (Energiegemeinschaft)
Ein EU-Konzept, das in der Schweiz noch nicht etabliert ist. Eine Verordnung wird voraussichtlich 2026 eingeführt.
Wichtig: Im Gegensatz zu ZEV und VZEV sind Energiegemeinschaften nicht auf physische Nähe oder ein gemeinsames EVU angewiesen.

Bilanzierung und Vorteile
Alle Modelle sehen eine monatliche Bilanzierung vor. Beim ZEV zahlt der Mieter den Solarstrom direkt an den Vermieter, während das EVU nur die Differenz zum Netzbezug abrechnet.
Beim VZEV entfällt diese physische Nähe, was die Flexibilität erhöht.

Fazit
Die Wahl des Modells hängt von der Infrastruktur und den rechtlichen Voraussetzungen ab. Während ZEV und VZEV bereits heute genutzt werden können, bleibt abzuwarten, wie sich EVGs in der Schweiz entwickeln werden.

★ Bea Jaeggi 996 Karma

ich bin bei verschiedenen Projekten immer wieder auf die Faustregel "komplexität schlägt effizienz" gestossen.
die zev-modelle zeigen das perfekt: während zev physisch verbunden ist, muss vzev auf virtuelle verbindungen setzen. das führt zu mehr aufwand in der abwicklung und höheren kosten, obwohl beide modelle das gleiche ziel verfolgen.
mein tipp: lieber einfach halten und physische lösungen bevorzugen.

★ Joerg Brunner 1.1k Karma

also für mich ist klar: bei einem VZEV muss die Technologie stimmen.
hier geht es um präzise Steuerung und exakte Bilanzierung im Millisekunden-Bereich.